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eingestellt am 01.09.2019
Die Südküste Norwegens - Von Drammen bis Bergen
Von Drammen aus führte uns der Weg die Küste entlang Richtung Südwesten. Zuerst konnten wir die Autobahn benutzen. Dann war die zu Ende und es ging auf der zweispurigen Europastraße weiter. Überall wurde an den Straßen gebaut: Autobahn fortgesetzt, Tunnel gebaut, Straße verbreitert. Die Baustellenampeln waren uns ungewohnt: ein Mann mit einer Kelle und einem Funkgerät. Er sprach sich mit dem Kollegen am anderen Ende der Baustelle ab, bei Sprengungen konnte die Sperrung schon mal 20 Minuten dauern, und es wird viel gesprengt, der Untergrund ist felsig. Aber norwegische Autofahrer sind sehr geduldig. Sie drängeln niemals und bewahren die Ruhe. Die Straße führte uns an der Küste entlang. Hin und wieder verließen wir sie, um die Küstenorte anzusehen. Immer gab es einen schönen Hafen mit zum Teil traumhaften Hochseeyachten. Die Häuser passten sich dem felsigen Untergrund an, die Straßen natürlich auch. In Arendal sahen wir das zweitgrößte Holzhaus Norwegens, imponierend. Es ist verständlich, dass nicht sehr viele alte Holzhäuser die Jahrhunderte in den Städten überlebt haben, die meisten sind irgendwann abgebrannt. Die Landschaft ist abwechslungsreich: mal schmale Täler, mal breitere mit Wiesen und Feldern, Wälder lösten sich ab mit schmalen Fjorden. Durch Tunnel und über Brücken ging es rauf und runter, rechts und links. Als Fahrer konnte man gar nicht so schnell alles ansehen. Man verlor auch total die Übersicht über die Höhe. Ist das nun ein See, was ich hier sehe oder ein Fjord? Wie hoch bin ich denn? Ah, ein Fischerboot, dann bin ich wohl auf Meereshöhe. Die Schilder, die vor Elchen warnten, ließen uns den „Kletterelch“ kreieren. Wir konnten uns gar nicht vorstellen, wie die Tiere auf dem felsigen Terrain zurecht kamen. Das Wetter wurde besser, aber auch kälter, nachts fror es ein wenig. Schließlich erreichten wir Stavanger, die Ölstadt. Der Campingplatz lag direkt neben dem Hallen/Freibad. Hurra, halber Eintrittspreis für Rentner, super. Wir wanderten in die Altstadt, erschrocken mussten wir feststellen, dass mitten in der Altstadt ein Kreuzfahrtschiff festgemacht hatte. Die Menschen, die am Hafen wohnten guckten auf die Bordwand. Was zu viel ist, ist zu viel. Die Norweger überlegen ernsthaft, sich die Kreuzfahrer vom Leibe zu halten. Von Stavanger ging es über Landstraßen, Tunnel und Brücken auf eine Fähre nach Haugesund. Wir lernten die Vorteile vom BroBizz kennen: keine Barzahlung! Eine traumhafte Überfahrt mit Blick auf Schnee und Gletscher, das Wetter war mit uns. Bei Haugesund fanden wir einen wunderschönen CP mit Blick auf das Meer vor. Die erste Reihe kostete mehr. In Anbetracht des starken Windes stellten wir uns in die etwas erhöhte windgeschützte letzte Reihe. Eine gute Wahl: toller Blick auf das Meer, kaum Wind und abends Sonnenuntergänge vom Wohnmobil aus. Am Nachmittag wanderten wir an der Küste entlang. Große Aufregung beim Hund: Der Weg führte mitten durch eine Schafweide! Die Schafe waren gänzlich unbeeindruckt. Am nächsten Tag liefen wir in die Stadt und besichtigten das Nationalheiligtum Norwegens: Das Grab von König Harald Schönhaar, der einst das Land einte. Am nächsten Tag ging es weiter nach Norden Richtung Bergen. Die Landschaft nicht so spektakulär, aber wir fuhren in einen Tunnel unter den Sognefjord, 260 Meter unter dem Meeresspiegel, und unten dröppelte es. Wir waren froh, als wir wieder oben heraus kamen. Eine Fähre brachte uns dann weiter Richtung Bergen. Dort regnet es an 300 Tagen im Jahr. Wir Glückskinder hatten Sonne (na gut, am Abend regnete es dann doch). Der CP lag etwas außerhalb. Man hatte das Gefühl, im Hochgebirge zu sein, kleine Bauernhöfe und viele Schafherden. Den nächsten Tag verbrachten wir dann damit, einen Parkplatz in Bergen zu finden. Wir sahen alle Sehenswürdigkeiten, setzten aber keinen Fuß auf die Erde. Man hatte uns gewarnt: keine Parkplätze! Es stimmte, KEINE! Man hätte mit dem Bus etwas umständlich in die Stadt fahren müssen. Also gut, wir verzichteten. Stattdessen suchten wir eine Werkstatt auf, weil die Heizung ausgefallen war. Ein sehr freundlicher (deutscher) Mechaniker nahm sich der Sache an und es kostete uns NICHTS! Nun konnte es am nächsten Tag in die Berge gehen. 
G.Wessel
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