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eingestellt am 31.01.2018
G.Wessel
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Die Wasserburg Trakai
Das Wahrzeichen Litauens ist die Wasserburg Trakai, gelegen südwestlich von Wilnius. Die einzige gotische Wasserburg Europas, im 14. Jahrhundert gebaut, wurde 1655 im Ersten Nordischen Krieg zerstört. Die Ruinen blieben bis in die fünfziger und sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts bestehen. Obwohl überall Wohnungsnot bestand, entschloss sich die Regierung des Landes, gegen den Willen Russlands, die Burg wieder aufzubauen. Es entstand eine wunderschöne Anlage im klassischen Wasserburgdesign. Die Burg befindet sich am Schnittpunkt dreier Seen in Ufernähe. Heutzutage führt eine Holzbrücke hinüber. Durchschreitet man das äußere Burgtor, befindet man sich im großen Burghof. Früher konnten sich hierher bei Gefahr die Dorfbewohner in Sicherheit bringen. An die Außenmauern gruppieren sich Ställe, Werkstätten und Magazine. Heute sind dort etliche Museen untergebracht, die von der Geschichte der Burg und des Landes berichten. Auf dem Burghof findet sich auch der Brunnen. Das relativ große Areal wird jetzt für Konzerte und Theateraufführungen genutzt. Natürlich gibt es auch Kunsthand- werkermärkte. Die innere Burg erreicht man über einen ehemals nassen Burggraben. Das Burgtor wird durch eine Zugbrücke geschützt. Man betritt die innere Burg und findet sich wirklich im Mittelalter wieder. Um einen kleinen Burghof gruppiert sich das Gebäude mit seinen repräsentativen und privaten Räumen. Wenn man einen Rundgang beginnt, erkennt man schnell, dass das Leben im Mittelalter dunkel, kalt und ungemütlich war. Die Fenster klein und im Originalzustand mit Lederstücken abgedeckt. Es zog überall. Die Treppen führten im Außenbereich hinauf und hinunter. Von den hygienischen Bedingungen will ich lieber nicht reden. Die Burgküche befindet sich im Erdgeschoss, ich denke, die Speisen waren grundsätzlich kalt, wenn sie die Bewohner erreichten. Kinder sind immer begeistert vom Burgleben, die zahlreichen Schulklassen zeigten großes Interesse, vergnügten sich auf dem Burghof. In der mittelalterlichen Realität würden sie sicher schnell ihre moderne Umwelt vermissen. Die Burg präsentiert sich als wunderschönes Ensemble im See. Der rote Backstein leuchtet in der Sonne. Unzählige Gäste aus vielen Ländern, auch aus Fernost, werden heran gefahren, um das Bauwerk zu besichtigen. Wenn man die Burg verlässt, bieten einige Leute Rundfahrten mit Segel- oder Motorboot an. Bei schönem Wetter eine gute Idee. Am Ufer locken viele Verkaufsstände mit den üblichen Andenken, vor allem Bernstein und Leinen. Wir lassen sie links liegen und suchen ein typisch litauisches Restaurant. Denn in Trakai gibt es eine Spezialität, die man unbedingt probieren muss: Speisen der Karäer, eine uralte Volksgruppe, die in Trakai noch ansässig sind . Sie kochen bodenständig, Gebäckstücke mit Fleisch- oder Geflügelfüllung. Eine preiswerte Nahrung, die den Magen füllt. Ein Gang durch die kleine Stadt führt uns wieder zu unserem Wohnmobil, das auf einem Privatgrundstück geparkt wurde. Der Besitzer des Anwesens versucht noch, uns einen Platz für die Nacht anzubieten, aber uns lockt Wilnius. Die Anwohner Trakais müssen mit Nebenverdiensten das Jahr überstehen, und Parkplätze sind rar.