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eingestellt am 28.09.2017
G.Wessel
Zu Besuch auf Deutschlands einziger Hochseeinsel – Helgoland
Nach fünfzig Jahren sollte es noch einmal nach Helgoland gehen. Es hatte mich immer die weite und langweilige Anreise abgeschreckt. Aber heutzutage gibt es ja den „Halunderjet“, einen Katamaran. Von Cuxhaven aus waren es nur 90 Minuten. An einem Maimorgen ging es los. Das Schiff kam von Hamburg aus und nahm uns auf. Der Wind wehte frisch mit Stärke 6. Der Katamaran wirkte innen ein wenig wie ein Flugzeug: recht enge Sitze, ziemlich voll. Aber man konnte nach draußen und hatte so einen guten Blick auf die großen Frachter, die die Elbe befuhren. Auch nach Neuwerk konnten wir gut hinüberschauen. Schnell ließen wir die Cargoschiffe hinter uns und düsten los. Trotz des frischen Windes zeigte der Katamran eine angenehme Bewegung, er stampfte ein wenig, schaukelte aber nicht. Auf einem Monitor konnte man den Standort des Schiffes jederzeit ansehen. Schließlich kam auf dem Bildschirm die Insel in Sicht. Es ist ein Erlebnis, den roten Felsen aus dem Wasser auftauchen zu sehen. Wir kennen die Kreideküsten, aber einen roten Felsen sieht man sonst nicht. Schnell legten wir im windgeschützten Hafen an. Das allseits unbeliebte Ausbooten entfiel für uns. Ein kurzer Spaziergang am Hafen entlang brachte uns zu unserem Hotel. Wir kamen an den berühmten Hummerbuden vorbei, in denen sich heute kleine Läden befinden. Das Unterland ist fast ganz bebaut mit Gästehäusern und Hotels. Im Hafen etliche Katamarane, die für die Wartung zu dem nördlich gelegenen Windpark fuhren. Nachmittags ging es zum Oberland. Ich wählte den bequemen Weg hinauf – und nicht die Treppen – ich fuhr mit dem Lift. Oben erwartete mich eine Überraschung, ein ziemlicher Teil ist mit Häusern bebaut, das gab es früher nicht. Es gibt sogar ein Kleingartengebiet. Ein guter Wanderweg führte mich zur „langen Anna“, einer allein stehenden  Felsnadel. Rundherum brüteten an allen möglichen und unmöglichen Stellen die Trottelllummen und Basstölpel. Diesen recht großen Vögeln konnte man bis auf 1 Meter nahe kommen, sie wichen nicht zurück, wussten wohl, dass sie sicher waren. Leider war es noch zu früh, dem „Todessprung“ der jungen Trottellummen zuzuschauen, wenn sie, flügge geworden, vom Felsen ins Meer springen. Um die Insel herum wanderte ich die Treppen hinunter zum Nordstrand. Dort fand ich Unmengen an Meerglas, kein Wunder, wurde hier doch früher der Müll der Insel entsorgt. Abends gab es ein gutes Essen. Die Insel war nun fast leer, die Tagesgäste wieder weg. Der Wind hatte weiter aufgefrischt. Am anderen Morgen ging es zur Düne mit einem kleinen Schaukelbötchen. Auf dem Sandeiland waren die Robben und Seehunde zu beobachten. Ich bestaunte den kleinen Inselfriedhof für die ertrunkenen Seeleute, ergreifend, dass man ihnen hier einen Ort geschaffen hat.
Anschließend fuhren wir auf die Hauptinsel zurück. Es blieb noch ein Gang durch die Sträßchen mit den vielen zollfreien Geschäften: Zigaretten, Spirituosen, Parfüm und andere teure Waren. Wir erstanden einen roten Feuerstein von der Insel. Mit 7 Windstärken ging es am Nachmittag zurück. Der Katamaran schlug heftig auf die Wellen. Der Kapitän nahm ein wenig die Fahrt heraus. Die Stewards rannten mit Kamillentee, denn  viele kämpften gegen die Seekrankheit, manch einer verlor. Gut, dass wir davon verschont bleiben. Abends machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Mecklenburg. Es lohnt auf jeden Fall, einen Ausflug nach Helgoland zu machen. Die Insel ist so anders als die uns bekannten. Allein die roten Felsen sind sehenswert. Die Tierwelt sieht man so auch nirgendwo. Ebbe und Flut treten nicht in Erscheinung. Die Düne hat wunderschöne Sandstrände. Eine Nacht dort zu bleiben ist sicher eine gute Entscheidung. Mit den Tagesgästen ist die Insel voll, und für die Düne hat man nicht genug Zeit. Asthmatiker verbringen auch gerne die ganzen Ferien dort. Wir haben den Ausflug sehr genossen.