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Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
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eingestellt am 01.08.2019
Immer nach Norden - und dann nach links!
Um nach Norwegen zu kommen, bieten sich von Wustrow drei Wege an: Von Kiel mit der Fähre  nach Oslo (sehr schöne Tour, aber teuer), über Norddänemark mit der Fähre oder über Dänemark  und Schweden. Wir wählten die dritte Möglichkeit: Anfang Mai, morgens um 11 Uhr ging es in  Rostock mit der Fähre los Richtung Gedser. Knappe zwei Stunden Fahrt mit der komfortablen  „Copenhagen“ und wir fuhren in Gedser von Bord. Es folgte eine penible Personenkontrolle:  Ausweise und Hundepass und obendrauf eine kurze Kontrolle der Nasszelle im Wohnmobil, um  sich zu vergewissern, dass dort niemand versteckt war. Aber alles ganz freundlich.  Dann ging es endlich richtig los. Wir fuhren die Landstraße nach Norden bis zur Autobahn von  Rödby. Anschließend knapp zwei Stunden durch die süddänische Landschaft nach Kopenhagen.  Das Wetter war – sagen wir mal – abwechslungsreich: Sonne, dicke Wolken, Regen, Hagel,  Schnee, von allem was, und immer abwechselnd. Die blühenden Rapsfelder versuchten tapfer,  Abwechslung in das zeitweilige Grau zu bringen. Autobahn fahren ist in Skandinavien geruhsam,  110/120 Stundenkilometer, es rollt so dahin. Der stärker werdende Verkehr zeigte die Nähe von  Kopenhagen an. Ohne Stau ging es weiter zur Brücke über den Öresund. Wohl zum siebten Male  gönnten wir uns die Querung Richtung Malmö. Erst der Tunnel, dann die riesenhohe Brücke. Mit  Glück Sicht auf einen Ozeanriesen. 108 Euro kostet eine Querung normalerweise, durch den  BroBizz die Hälfte. Schnell waren wir auf der schwedischen Seite. Ohne Stopp links abgebogen  und nach Norden. Auf der Autobahn geruhsam an Malmö vorbei bis Helsingborg. Hier  verbrachten wir die Nacht direkt am Kattegatt mit Blick auf das Wasser. Auch die Fähre aus Kiel  sahen wir vorbei fahren. Und es war kalt. Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Norden. Das Wetter war ebenso durchwachsen wie  am Tage vorher, aber wenn die Sonne schien, war es so wunderschön: das frische Grün, das  leuchtende Gelb und der strahlend blaue Himmel mit den üblichen weißen dicken Wolken. Man  bekam den Frühling in die Knochen. Kurz hinter Göteborg bogen wir von der Autobahn ab  Richtung Skagerrak. Ein kleiner Abstecher auf die Schäreninsel Orust. Wir kurvten Richtung  Campingplatz mit herrlichem Blick über die Schären auf die See. Nachmittags erkletterten wir  einen großen Felsen und wanderten ins nahe Dorf. Ferienhäuser auf Felskuppen und direkt am  Wasser. Angeln vom Bett aus – auch eine Ferienidee. Leider wehte ein sehr kalter Wind,  morgens Eis auf dem Gras.  Wir fuhren am anderen Morgen über die große Hängebrücke wieder aufs Festland und die  Autobahn. Es war nicht mehr weit bis zur norwegischen Grenze. Hier erfolgte die etwas  langwierige Prozedur der Einreise des Hundes. Er eroberte allerdings die Herzen der  Grenzbeamten und alles ging doch ziemlich schnell.  Weiter nach Norden Richtung Oslo. Viel Verkehr und ein Schneesturm. Die Autobahn gesperrt,  also über die Dörfer. Wir hatten ja Zeit. Irgendwann wieder auf die Autobahn und dann ging es  ab Richtung Drammen. Wir wollten die Durchfahrt durch Oslo vermeiden, um ins westlich von  Oslo gelegene Drammen zu gelangen. Jetzt wurde es spannend. Man fährt nämlich UNTER dem  Oslofjord hindurch. Schließlich tauchte der Tunnel vor uns auf. Ein Schild warnte uns, einen  kleinen Gang zu benutzen. Licht an und los. Es ging steil hinab, hinab und hinab – komisches  Gefühl. An der tiefsten Stelle ein Schild: 160 Meter unterhalb der Meeresoberfläche! Und dann  hinauf, hinauf und hinauf. Wir waren doch erleichtert, als wir das graue Tageslicht erreichten.  Zügig fuhren wir nach Drammen hinein, verschiedene Tunnel wurden gemeistert, wir fühlten uns  schon tunnelerfahren. Ein Kreisverkehr IM Tunnel erstaunte uns dann doch. Auf dem  Campingplatz machten wir Bekanntschaft mit den Riesenwohnwagen der norwegischen  Handwerker, die zu dritt oder viert ihr Häuschen mit auf Montage nahmen, auch eine Idee.  Ich bat den Betreiber des CP um einen Rat: wie sollten wir weiter fahren, mit unseren  Sommerreifen nach Westen über das Fjell (Gebirge), oder die Küste entlang? Entschieden riet er  von der Straße über das Fjell ab, zu viel Schnee immer noch da oben. Die Straßen seien zum Teil  noch gesperrt. Also die Küste entlang, die Strecke sei auch sehr schön. So machten wir uns am  nächsten Tag auf den Weg Richtung Südwesten.   
G.Wessel
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