Kontakt, Gästebuch Impressum
Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
Start Wir über uns monatl. Veranstaltungen Öffentlichkeitsarbeit Archiv
eingestellt am 01.03.2019
G.Wessel
Mehr Fotos - bitte oberstes anklicken!
Eiszeit und Mittelalter – Gotland III
Gotland verbindet man vor allem mit den Raukaren. Um sie zu verstehen, muss man an die Entstehung der Insel denken. Während der letzten Eiszeit war die Insel ganz und gar von Eis bedeckt. Sie tauchte erst auf, als der Abschmelzungsprozess einsetzte. Es wuchsen Felsen empor, aber auch Kalksteingebilde, die nun dem Wind und den Wellen ausgesetzt waren. Da wurde hier und da Gestein abgeschmirgelt und es entstanden bizarre Gebilde, übermannshoch. Man findet sie fast überall an Gotlands Küsten – die Raukare. Mein Liebling ist „der Hund“. Er steht allein im Wasser und ist gut zu erkennen. Die Raukare sind weltbekannt und faszinieren alle Besucher. Wo immer welche auf der Karte zu finden waren, haben wir sie besucht und bestaunt. Höhepunkt und Schlussetappe unserer Reise war die Inselhauptstadt Visby. Die Stadt hat ungefähr 24000 Einwohner und liegt im Westen der Insel. Zuerst bekommt man die Stadtmauer zu sehen. Sie ist nahezu unversehrt, nur ein paar Breschen für Straßen wurden geschlagen. Die Altstadt gruppiert sich um den Dom. Es gibt eine Menge alter Häuser, Neubauten wurden behutsam angepasst. Nicht ohne Grund ist die Stadt zum Weltkulturerbe erklärt worden. Zur Hansezeit war die Insel ein viel frequentierter Platz der Hanse. Man kann noch immer alte Handelshäuser besuchen. Es gibt kaum Autoverkehr in der Stadt. Die Stadt liegt malerisch an einen Felsen geschmiegt. Es geht viel rauf und runter. Von fast überall hat man einen Blick aufs Meer. Wie in vielen mittelalterlichen Städten sind die meisten Häuser aneinander gebaut. Es finden sich entzückende Innenhöfe, malerische Gassen. Da es doch eine Menge Besucher gibt - auch Kreuzfahrtschiffe laufen die Insel an - hat man die Wahl zwischen einer ganzen Reihe von Lokalen, die Plätze draußen oder drinnen anbieten. Man sitzt, genießt sein Eis oder seinen Kaffee und schaut den flanierenden Menschen zu. Während unseres Besuches war gerade Fußballweltmeisterschaft. Die Schweden wanderten phantasievoll bekleidet dem „Public Viewing“ entgegen. Auf dem Campingplatz rüsteten deutsche Nachbarn mit Fähnchen auf. Wir hielten uns dezent zurück, als wenn wir gewusst hätten, dass die Deutschen mit Glanz und Gloria untergehen würden. Visby ist eine Stadt mit viel Grün. Malerische Gässchen mit prächtigen Rosenbüschen, einen kleinen botanischen Garten, entlang der Stadtmauer Grünanlagen. Dicke Sitzkissen oder gar Teppiche luden zum Rasten ein. Prächtige Blumenkübel blühten, bei näherem Hinsehen entdeckten wir Grünkohl und Petersilie darin. Warum eigentlich nicht? Zwischen unserem Platz und der Stadt war das Inselkrankenhaus situiert. Direkt oberhalb der Straße befand sich der Hubschrauberlandeplatz. Das war spannend. Täglich schwebte mehrmals der Rettungshubschrauber ein, verbreitete einen Mordsradau und blies eine Menge Wind in die Umgebung. Straßenschilder warnten die Verkehrsteilnehmer. Der Platz war aber auch nur ca. 3 Meter von den Autos entfernt. Man brachte die Kranken von der gesamten Insel dorthin, entschied dann, ob sie aufs Festland ausgeflogen werden mussten oder an Ort und Stelle bleiben konnten. So gab es mehrmals am Tage Anschlussflüge z.B. nach Stockholm hinüber. Täglich fuhren wir mit dem Rad in die Stadt, um uns alles anzuschauen. Natürlich gab es auch Straßen, in denen man sein Geld trefflich ausgeben konnte. Zurück auf dem Campingplatz genossen wir den Blick über das Meer, sahen den Fähren zu, bewunderten die Mutigen, welche die Wassertemperatur prüften (meistens nur bis zu den Knien) – und beobachten die Sonnenuntergänge, ohne unseren Platz verlassen zu müssen. Interessant fanden wir auch die Liebhaber alter amerikanischen Straßenkreuzer, die auf dem Campingplatz ihren Urlaub verbrachten. Man findet sie relativ häufig in Schweden. Sie hegen und pflegen ihre alten Schätzchen und freuen sich über jeden, der sie bewundert. Nachmittags setzten sie sich in ihr Fahrzeug und fuhren ein wenig herum. An unserem letzten Tag verließen wir die Insel in früher Morgenstunde. Schade, dass dieser besonders schöne Urlaub zu Ende ging.