Kontakt, Gästebuch Impressum
Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
Start Wir über uns monatl. Veranstaltungen Öffentlichkeitsarbeit Archiv
eingestellt am 01.08.2018
G.Wessel
Für die Foto-Show bitte oberstes Foto anklicken!
Ein Besuch bei den Nachbarn in den Niederlanden
  Im letzten Herbst machte ich mich auf zu einem Besuch bei den Nachbarn in den Niederlanden. Viele Leute sprechen von Holland, wenn sie die Niederlande meinen, was genau genommen nicht richtig ist, weil Holland ein Bereich von den Niederlanden darstellt. Aber ich sage auch immer Holland, und alle Deutschen verstehen, was ich meine. Zuerst fuhr ich quer durch Norddeutschland an Hamburg und Bremen vorbei Richtung Oldenburg, von dort weiter Richtung Westen durch das flache Ostfriesland. Der Verkehr wurde weniger. Schließlich erreichte ich die Ems, die bei Leer untertunnelt ist. Kurz danach  übquerte ich die Grenze und fuhr weiter Richtung Groningen, wo ich mir einen Campingplatz suchte.   Man erkennt sofort, wenn mal die Niederlande erreicht. Die Häuser sehen ganz anders aus. Sie sind klein und haben in der Regel neben der Haustür ein Zimmer, welches sich durch das ganze Haus zieht. Gardinen gibt es nicht. Man schaut vorne ins Haus hinein und hinten wieder hinaus. Es geht das Gerücht, dass es früher eine Gardinensteuer gab, aber das stimmt nicht. Ich weiß aber nicht, was der Grund für diese Offenheit ist, die man fast überall findet.   Das Land ist geprägt durch Kanäle, die es durchziehen, Schiffe fahren auf Augenhöhe mit der Straße. Windmühlen suchte ich vergebens. Es gibt heutzutage Pumpen, die das hohe Grundwasser in Zaum halten. Große Flächen in den Niederlanden liegen unterhalb der Meereswasserlinie.   Am nächsten Tag versuchte ich, mit dem Wohnmobil in die Stadt zu fahren, sehr schwierig. Die Straßen sind sehr schmal, ich musste „auf Kante“ fahren, Parkplätze gab es nicht für mich. Also machte ich mich auf den Weg Richtung Zuidersee (oder Ijsselmeer). Hier traf ich endlich auf Windmühlen, die nicht mahlen sondern pumpen. Die Zuidersee ist zum großen Teil trocken gelegt. Der Abschlussdeich ist gewaltig. Die Niederländer haben mal wieder ihre Deichbaukunst bewiesen.   Durch eine Schleuse bewegen sich viel Schiffe Richtung Nordsee oder Binnenmeer. Ich setzte meine Reise nach Den Helder fort zu einem schönen Campingplatz an der Nordsee. Ich staunte über die riesigen Dünen. Mit dem Hund erkundete ich den Weg zum Meer und mich erwartete natürlich – Ebbe, das Wasser war weit weg. Nach zwei erholsamen Tagen ging es weiter nach Beverwijk bei Amsterdam. Hier besuchte ich den Basaar, einen riesengroßen Flohmarkt, den ich von früher kannte. Leider musste ich feststellen, dass er zum „Polenmarkt“ verkommen war. Nur das traditionelle Pfannkuchenessen konnte ich dort genießen. Man glaubt gar nicht, was die Niederländer darauf legen: Bananen, Speck, Schinken, Käse… und Sirup! Am nächsten Tag aß ich Matjes, die es  überall gibt. Man kauft sie beim fliegenden Händler, legt den Kopf in den Nacken und lässt den Fisch in den Mund gleiten. Lecker – und fettige Finger. Auch frittierten Fisch gibt es überall, und den „Uitsmieter“: Toast mit Käse und Spiegelei auf Kochschinken.   Amsterdam habe ich umfahren. Es ist eine tolle Stadt, die ich mehrmals besuchte, aber nichts für Wohnmobilisten. Dafür erlebte ich den Flughafen von Amsterdam, der einfach gigantisch  ist und neben der Autobahn liegt, die achtspurig ist (auf jeder Seite). Ich wusste gar nicht, wo ich denn fahren sollte. Ich war froh, als ich die Passage hinter mir hatte.   Danach ging es wieder nach Osten, wo ich bei Zutphen das „Kröller – Mueller-Museum“ besuchte, ein wunderschönes Kunstmuseum. Nun aber freute ich mich auf das abschließende Highlight: „Osterik“ bei Hengelo kurz vor der Grenze. Das ist ein Gartencenter, von dem man in Deutschland nur träumen kann, einfach riesengroß. Es gibt wirklich alles, was mit Garten zu tun hat. Zu sagenhaften Preisen kann man die schönsten Pflanzen kaufen, Blumenzwiebeln, Gartenmöbel, Töpfe, Zierfische (hat schon mal jemand Störe gestreichelt?) , ein Erlebnis. Zum Glück waren meine Stauräume begrenzt. Trotzdem stopfte ich alle Ecken mit Bauernchrysanthemen voll, mit denen ich anschließend die Verwandtschaft erfreute.   Für mich war es eine Reise in Erinnerung an viele Tagesausflüge von meiner Heimat aus. Leider gab es ein Manko: Es hat fast ununterbrochen geregnet.