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eingestellt am 01.07.2019
G.Wessel
Auf nach Skandinavien - Planungen
In diesem Jahr sollte es nach Südnorwegen gehen. Mittel- und Nordnorwegen hatten wir schon bereist, es fehlte uns noch Fjordnorwegen. Aus terminlichen Gründen mussten wir im Mai fahren, was die Planungen erschwerte, weil das Wohnmobil nur Sommerreifen hat, die Straßen über das Fjell (Hochland) im Mai aber wegen Schnee unter Umständen noch gesperrt sind. Deshalb musste eine Alternativroute geplant werden. Die endgültige Route musste vor Ort festgelegt werden. Also wurden zwei Routen ausgearbeitet. Eine Reise nach Norwegen mit dem Wohnmobil mit Hund bedeutet eine Menge Planung und Arbeit. Zuerst einmal sollte berücksichtigt werden, dass Norwegen nicht in der EU ist. Die Norweger haben also ihre besonderen Regeln, vor allem für Hunde. Der Hund muss nicht nur gechippt sein und selbstverständlich gegen Tollwut geimpft (In Norwegen gibt es keine Tollwut), es wird auch eine Impfung gegen den Fuchsbandwurm gefordert, da es diesen, auch für die Menschen gefährlichen Parasiten, ebenfalls in Norwegen nicht gibt. Diese Impfung muss 24 bis 120 Stunden vor Grenzübertritt erfolgen. Der Tierarzt muss sogar die Uhrzeit der Impfung eintragen. Eine zügige Anreise ist also zu berücksichtigen. An der Grenze fährt man den „roten“ Weg und reiht sich dann in die Warteschlange der LKW-Fahrer ein, die tote oder lebendige Tiere transportieren. Die Papiere des Hundes werden akribisch geprüft. Dann erst darf man weiter fahren. Die nächste Überlegung betrifft die Preise in Norwegen, die exorbitant hoch sind. Man packt also das Auto voll mit Lebensmitteln, um zu sparen. Aber dabei auf das Gewicht achten – und vor allem keine Kartoffeln!! Die dürfen – auch in Kleinmengen – nicht eingeführt werden. Dazu gibt es penible Bestimmungen bezüglich Spirituosen und Tabak. 1,5 L Wein und 200 Zigaretten. Alles sehr kompliziert, weil es Ausgleichsregelungen gibt. Wer schon einmal erlebt hat, wie der norwegische Zoll ein Auto „filzt“, der hält sich an die Vorschriften. Da bleibt nämlich kein Putzlappen im Auto! Und die Beamten kennen wirklich jedes Versteck. Normalerweise wird man durchgewunken, aber wehe, man wird herausgewunken. Als guter Staatsbürger sorgt man im Voraus für Devisen. Wenn man sich damit versorgt hat, was in Wustrow schlicht unmöglich ist, also in Ribnitz nur auf Bestellung passieren kann, sollte man vor allem die Kreditkarte einstecken. Man lernt sehr schnell, dass man heutzutage auf Bargeld fast ganz verzichten kann, wir haben es nur manchmal zum Duschen auf dem Campingplatz benötigt. Ansonsten wird in Schweden und Norwegen überhaupt kein Bargeld mehr benötigt. ALLES wird per Karte oder Handy bezahlt, ob beim Eismann, im Supermarkt oder Restaurant. Manche Geschäfte nehmen gar kein Bargeld mehr. Sehr ungewohnt, und man muss aufpassen, dass man die Übersicht nicht verliert. In Schweden und Norwegen gibt es Mautstraßen, Brücken und Tunnel. Also besorgt man sich einen BroBizz. Das ist ein kleiner Knopf, der an die Frontscheibe geklebt wird. An Mautstraßen wird dann automatisch die Summe notiert, die zu zahlen ist. Vor mautpflichtigen Brücken und Tunnels fährt man auf die Spur für BroBizz-Inhaber. Es piept und die Schranke öffnet sich. Durch das Gerät bekommt man sogar 10 % Rabatt. Wer vorher seine Autopapiere kopiert und hingeschickt hat, kann bei entsprechender Umweltplakette sogar noch mehr Geld sparen. Wer in Großstädte einfährt, zahlt sogar dafür eine Gebühr, was Einheimische veranlasst, nicht das eigene Fahrzeug zu benutzen. E-Autos zahlen gar keine Maut und auch keine Steuern. Wenn man alle diese Dinge berücksichtigt, kann man sich endlich auf die Reise machen. Belohnt wird man dafür mit stressfreiem Autofahren. Gewiss, die Straßen sind manchmal anspruchsvoll, kurvig und steil. Aber die Geschwindigkeit ist moderat (50 – 60 innerorts, 80 auf Landstraßen, max 110 auf Autobahnen). Durch viele Radarmessungen (die in der Regel angekündigt werden) und hohe Strafen (ich warte noch auf ein Knöllchen!) drängelt niemand auf der Straße. Manchmal fährt jemand 50 Kilometer hinter einem her, ohne den Versuch zum Überholen zu machen. Man fährt defensiv und rücksichtsvoll. Wenn man die Reise dann hinter sich hat, heißt es nur noch, auf die Kreditkartenabrechnung zu warten. Die muss man dann bezahlen und weiß, was die Reise gekostet hat.