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Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
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ANMERKUNGEN
eingestellt am 15.10.2017
Fundstück 36
Helmut Seibt, Oktober 2017
Als Käthe Miethe 1934 über das Mosten schreibt, ist sie schon viele Jahre mit dem Fischland verbunden, wo sie in der Büdnerei ihrer Eltern oder in der eigenen viele Monate des Jahres verbringt. Beide Büdnereien haben einen Garten, der damals intensiv genutzt wurde. Vom neu angelegten Garten der B 10 hat Vater Adolf ein Bild gemalt, Mutter Marie die damit verbundenen Arbeiten ausführlich beschrieben, Tochter Käthe schreibt darüber auch mehrfach, in ihren Büchern „Das Fischland“ und „Unterm eigenen Dach“. In mehreren Feuilletonbeiträgen ebenfalls, in den Fundstücken 17 „Eigenes Haus“ und 18 „Zwischen den Gartenzäunen“ konnten wir hier auch schon davon lesen. Gemostet wurde früher wohl in jedem Haus des Dorfes. In den Kellern mussten wieder neue Vorräte angelegt werden, der Winter ist lang. Zum Mosten mit dem beschriebenen Gerät sind offenbar drei Personen erforderlich. Wieder schreibt Käthe Miethe hier, wenn sie von sich selbst redet, in der dritten Person: Flaschen füllen, Trichter halten, Thermometer beobachten, Flaschen korken und dann abdecken – und das den ganzen Tag über. Nach getaner Arbeit - in den Stuhl sinken, nicht mehr reden wollen, der Tag ist mit seiner sinnvollen Einfachheit vergangen. Gedanken kommen: Nutzen und Produktion gehen nicht den Umweg über das Geld, müssen nicht übersetzt werden, Verwandlung der Arbeit zur Nahrung. 1934 ist die Weltwirtschaftskrise fast vorbei, da sind Käthe Miethes Erinnerungen an Formen der einfachen Warenproduktion wohl nur Nostalgie, die Wirtschaft des Kapitals hat schon wieder Fahrt aufgenommen und der Zeitgeist verspricht nichts Gutes. Leider wird bald eine „tiefe Winterzeit“ kommen und dem Menschen wird die „Erhaltung seines irdischen Sinns“ nicht immer leichtfallen. Aber: wir sind ja erst im Jahre 1934