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Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
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eingestellt:  07.12.2017
Seefahrtschule Wustrow auf dem Fischland - eine Legende
Blaue Jungen und ein steifer Nordwest
Kein alltäglicher Besuch in Wustrow – im Hafen ständiges Kommen und Gehen. Unter anderem schrieb die OSTSEE-ZEITUNG am 12. September 1956? Jetzt aufgetauchte Zeitungsabschnitte geben uns die Antwort über den nicht alltäglichen Besuch – Kriegsschiffe im Boddenhafen von Wustrow auf dem Fischland.
Räumpinasse "Schwalbe"
Grund des Anlegens der zwei Schiffe war der Besuch aus Anlass „110 Jahre Seefahrtschule Wustrow“. Allgemein bekannt ist die Tatsache, dass die Einrichtung in den Jahren nach 1949 auch die nautische Ausbildung von Angehörigen der damaligen Seepolizei durchgeführt hatte. So war es ganz natürlich, daß 1956 die bewaffneten Kräfte des jungen Staates gratulierten. In der Woche vom 9. bis zum 16. September  dauerten im Ort die Veranstaltungen an. Die gesamte Republik nahm Anteil. Besonders erfreulich war die mögliche Besichtigung der kleinen Schiffe. In Wustrow sich aufhaltende Urlaubsgäste nahmen gern die Angebote im Hafen wahr. Die OZ schrieb von einem Hafen mit fröhlichen Menschen, „Schwarz-rot-goldene Fahnen flatterten im starken Wind an Bord und grüßten das Fischland.“ Bei den  Schiffen, an die sich ein Zeitzeuge erinnerte, handelte es sich um die kleinen Minenräumboote vom R-Boot, Typ „Schwalbe“. Bei einem Tiefgang von 1,30m waren die etwa 29m langen Boote damals in der Lage Häfen im Boddenbereich anzulaufen. Die liebevoll von ihren Besatzungen als Arbeitsbienen bezeichneten Schiffe waren die, die in vielen Einsätzen große Teilflächen der Ostsee von dem hinterlassenen Erbe des Krieges säuberten und der internationalen Schifffahrt wieder überließen. Flatternde Fahnen an Schiffen im Boddenbereich waren den damaligen Wustrowern wohl  bekannt.  Mit  der Existenz des Seefliegerhorstes im pommerschen Pütnitz war durch die Verbindungen der dortigen Seefliegerschule der Luftwaffe und der hiesigen Seefahrtschule auch mal das Flugsicherungsschiff im Einsatz. Die dort gesetzten Flaggen haben 1945 in der Welt ihre Achtung verloren. Manches Pütnitzer „Flusi“, so nannte man die Arbeitsboote dort, fand man nach Kriegsende an versteckten Orten der Bodden. Im Zusammenhang der seit Jahrhunderten geführten Debatte über einen Durchgang bei Wustrow war in den 1930er Jahren der Gedanke an einen Torpedobootshafen im Saaler Bodden vor Ribnitz durchaus diskutiert worden. Günther Weihmann, Dezember 2017