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Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
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eingestellt:  05.05.2018
             Die Seefahrtschule in Wustrow – eine Legende                            (Günther Weihmann – ehemaliger Verwaltungsleiter im Hochschulteil)
Ein Anfang ist gemacht.
Nach dem leidvollen Ende des Krieges im Mai 1945 wurde in der Seefahrtschule nur aufgeräumt und gesichert, was für einen Neuanfang geeignet erschien. Kapitän Gerhard Rose, Studienrat Walter Steinfatt und Kapitän Walter Homburg galten als „die Organisierer“, die das wichtigste schriftliche Lehrmaterial und maritimen Gegenstände unter den Augen mancher Langfinger und der sowjetischen Kommandantur zusammentrugen. In vielen Stunden gemeinsamer Arbeit erarbeitete das Trio die neuen Unterrichtsgrundlagen, die für absolut lebensnotwendig erachtet wurden. Das Vorhaben, eine neue Handelsflotte im Osten zu beginnen und entsprechendes Personal zur Verfügung zu stellen, rückten sie in den Hintergrund. Die Tatsachen: der Krieg hinterließ in der neuen SBZ (Sowjetische Besatzungszone) keinerlei verwendungsfähigen Schiffe oder Männer, die, wenn es welche gegeben hätte diese kommandieren konnten. Unter diesen Voraussetzungen konzentrierten sich die Persönlichkeiten auf die Ausbildung von Personal für die Fischerei. Der Fisch war das Überlebenssymbol einer neuen Gesellschaft im Norden. Die Besatzungsmacht, die nun als Freund behandelt wurde, bestimmte, dass zuerst die Fahrzeuge für die Fischereiflotte der SU zu erarbeiten sind. Zusätzliche Schiffe konnte die DDR für sich einsetzen. "Frischer Fisch auf jeden Tisch", das war die gängige Parole zur Volksernährung, damit wuchsen wir auf.
2.v.l. Studienrat Walter Steinfatt, 3.v.l. Kapitän Gerhard Rose, 8.v.l. Kapitän Walter Homburg,rechts Kapitän Herbert Schickedanz, obere Reihe 2.v.l. Kapitän Karl-Heinz Krüger, Leiter der SFS (Foto Archiv Weihmann)
Mit der Freigabe des Hauses durch die Militäradministration kamen auch Männer in der Uniform der ersten Polizei-See auf's Fischland. Diese hatten nach ihrem Kursen die Aufgabe der weiteren Vermittelung von entsprechenden Kenntnissen an die Angehörigen in den neu gebildeten Einheiten bzw. auf den von der SU überlassenen kleinen Schiffen. Leider ist festzustellen, dass darüber kaum schriftliche Unterlagen erhalten blieben. Mit der Aufstellung der bewaffnetne Kräfte der DDR wurde dann an eigenen Einrichtungen ausgebildet. In den Vordergrund wurde die Tätigkeit der Seefahrtschule dem Aufbau der eigenen Hochseeflotte, der Deutschen Seereederei (DSR) bzw. Fischereiflotte zugeordnet.