Kontakt, Gästebuch Impressum
Seniorenbeirat Wustrow
Ostseebad Wustrow auf dem Fischland
Start Wir über uns monatl. Veranstaltungen Öffentlichkeitsarbeit Archiv
eingestellt:  12.02.2018
             Die Seefahrtschule in Wustrow – eine Legende                            Der Brand - er schwelt noch immer! (Günther Weihmann – ehemaliger Verwaltungsleiter im Hochschulteil) Am 27. März diesen Jahres jährt sich zum 26. Male der Tag oder besser gesagt die Nacht des Brandes in der Hochschule für Seefahrt (im Volksmund einfach Seefahrtschule) im Ostseebad Wustrow. Ich vergleiche dieses Feuer mit dem Großbrand in der Gemeinde Wustrow am 03. August 1869. Damals legte das in einer Tischlerei durch Blitzschlag ausgebrochene Feuer über 40 Gebäude in Schutt und Asche. Die Folge war eine völlig andere Entwicklung in dem Bereich des Ortes, der heutigen Karl-Marx-Straße und Ernst-Thälmann-Straße. Hier entstanden auf den ehemaligen Flächen der Hufen und Büdnereien die modernen Hotels und Geschäfte neben den steinernen Gebäuden der Kapitäne der Fischländer Flotte. So gesehen hatte der damalige Großbrand, der drei Tage gewütet haben soll, neben dem Kummer und die Sorgen um das tägliche Leben auch noch etwas Gutes. Wie war es bei der Seefahrtschule in Wustrow auf dem Fischland im Jahre 1992? Hier brachte der Brand als Folge nicht eine etwaige Modernisierung der Einrichtung (die war seit Jahren gegeben!), nein, das Feuer gab der Einrichtung den Todesstoß. Die einzige Gemeinde in Deutschland, die eine zivile universitäre Ausbildungsstätte für Seeleute auf ihrem Territorium hatte, verlor in jener Nacht ihre bekannte Seele. Wieder einmal musste sich der Ort in seiner Entwicklung nun neu orientieren.
Ausgebrandte ALU-Tür, Eingang im Westflügel auch zur Aula, am 28.3.1992
Was war geschehen? Am Abend des 27. März 1992 wurde ich durch den verantwortlichen Technischen Leiter gebeten in die Schule zu kommen: „ die Schule brennt und er den Brand nicht mehr unter Kontrolle bringen könnte!“ An einen üblen Scherz denkend, was es aber nicht war, begab ich mich sofort zur Einrichtung. Nach meinem Eintreffen musste ich feststellen, dass sich das Feuer aus den Kellerräumen des Westflügels bis zum Ausgang des Aulaaufgangs im Erdgeschoß „vorgefressen“ hatte. Die betroffenen Räume waren Warenlager, Werkstätten, Lehrräume, Laboratorien und die Elektro-Schaltzentrale, das Herzstück der Versorgung des Hochschulteils. Vom Geräusch war es ein Fauchen, als stände im Haus ein Düsenjäger dessen Triebwerk auf Volllast fuhr. Die Rauch- entwicklung war enorm. Die alarmierten Feuerwehren aus Wustrow, Dierhagen, Ahrenshoop und Wieck auf dem Darß trafen ein. Ein genaues Lokalisieren des Brandherdes war in dem Zeitraum nicht möglich. An Hand der Brandschutzakten richteten die Wehren ihre Löschangriffe so ein, dass angrenzende,besondere Räume
in Mitleidenschaft nicht gezogen wurden. Im Wohnheim der Hochschule befanden sich an diesem Heimfahrtwochenende 11 Studenten, die unmittelbar zur Situation und zu weiteren Verhaltensweisen informiert wurden. Gegen 01.00 Uhr am 28. März 1992 hatten die Wehren den Brand gelöscht. Während der Brandzeit versuchte Erklärungen über die Ursache des Brandes waren ergebnislos. Bei dem sehr guten Stand der Maßnahmen zuOrdnung und Sicherheit im Hause gab es keinerlei Hinweise gar irgendwelche Vermutungen. Es blieb nur noch der Gedanke: Brandstiftung! Warum, wer tut so etwas? Musste die gesamte Hochschule als Konkurrent verschwinden?
Flur unter dem Westflügel nach Brandlöschung am 28.03.1992
Die Räume ausgebrandt, Arbeitsplätze und Materialien vernichtet, die Etagen verrusst. Ist das das wirkliche Ende?